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Die Einladung der Nichtmuslime zum Islam ist ein Auftrag, den Allah der muslimischen Gemeinschaft gegeben hat. Der Muslim lädt also den Nichtmuslim zum Islam nur deshalb ein, damit er selbst Allahs Wohlgefallen erlangt. Ob der Nichtmuslim letztendlich den Islam annimmt oder nicht, ist seine persönliche Sache. Sollte der Nichtmuslim den Islam annehmen, freut sich der Muslim natürlich, daß Allah einen Menschen durch ihn vor dem Höllenfeuer errettet hat. Sollte der Nichtmuslim jedoch der Einladung nicht folgen, so hat der Muslim durch die bloße Einladung seine Aufgabe vor Gott erfüllt.

Die Rechtleitung des Herzens, d.h. die Akzeptanz und Annahme des Islam, ist etwas, was bei Allah liegt:

"Dir obliegt nicht ihre Rechtleitung, sondern Allah leitet recht, wen Er will"[2:272]

„Hätte dein Herr es gewollt, so wären alle auf der Erde Mu’minun geworden. Willst du also die Menschen dazu zwingen, Mu’minun zu werden? Niemand steht es zu, Mu’min zu werden ohne die Erlaubnis Allahs. Und Er läßt (Seinen) Zorn auf jene herab, die ihre Vernunft (dazu) nicht gebrauchen wollen.“[10:99-100]

Hierzu sollte angemerkt werden, daß Allah niemanden dazu zwingt, Kafir zu werden. Sondern es ist so, daß Allah demjenigen, der die Rechtleitung sucht, den Weg zur Rechtleitung leicht macht. Denjenigen hingegen, der von sich selbst aus Kufr begehen will, den läßt Allah in die Irre gehen.

Das Ziel bei der Einladung zum Islam kann also nur sein, daß die Muslime den Islam den Nichtmuslimen klar und deutlich offenlegen und so gut wie möglich Hindernisse aus dem Weg räumen, welche die Nichtmuslime von der freiwilligen Annahme des Islam abhalten.

Wenn ein Nichtmuslim gerne Muslim werden möchte, sein familiäres und gesellschaftliches Umfeld ihn aber davon abhält, so hat die muslimische Gemeinschaft zum ersten die Möglichkeit, den Betreffenden darauf aufmerksam zu machen, daß das ewige Jenseits viel wichtiger ist als das vergängliche Diesseits und daß eine eventuelle familiäre oder gesellschaftliche Isolierung bzw. Ächtung nichts ist im Vergleich zur ewigen Strafe im Höllenfeuer, welcher diejenigen ausgesetzt sind, die zwar über den Islam ausreichend informiert worden sind, ihn aber trotzdem aus irgendwelchen Gründen nicht annehmen. Zum zweiten sollte die muslimische Gemeinschaft die neuen Muslimen unterstützen.

Seine Eltern jedoch muß ein neuer Muslim auch dann gut behandeln, wenn sie sich dagegen gestellt haben, daß er Muslim wurde bzw. sich darum bemühen, daß er wieder vom Islam abfällt:

"Und Wir haben dem Menschen im Hinblick auf seine Eltern anbefohlen - seine Mutter trug ihn in Schwäche über Schwäche, und seine Entwöhnung erfordert zwei Jahre -: "Sei Mir und deinen Eltern dankbar. Zu Mir ist die Heimkehr. Doch wenn sie dich auffordern, Schirk zu betreiben, was gegen dein Wissen läuft, daß es nur einen Gott gibt, dann gehorche ihnen nicht. In weltlichen Dingen aber verkehre mit ihnen auf gütige Weise. Und folge dem Weg dessen, der sich zu mir wendet. Dann werdet ihr zu Mir zurückkehren, und ich werde euch das verkünden, was ihr getan habt."[31:14-15]

Die Aufgabe des Muslims bei der Einladung zum Islam teilt sich also in drei Teile:

1.    Den Nichtmuslim dazu zu bringen, daß er bereit ist, dem Muslim zuzuhören, wenn dieser ihn zum Islam einladen will;

2.    über den Islam zu informieren und

3.    dem Nichtmuslim, der von der Wahrheit des Islam überzeugt ist, klarzumachen, daß er trotz eventueller gesellschaftlicher Repressalien den Islam annehmen sollte und ihn auch bei diesem Schritt so gut wie möglich zu unterstützen.


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